Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg
KULTURpur - Wissen, wo was läuft!

Museum Kloster Schussenried

Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg
Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Neues Kloster 1
88427 Bad Schussenried
Tel.: 07583 22 40
Homepage

Öffnungszeiten:

Apr-Okt:
Di-Fr 10.00-13.00
u. 14.00-17.00 Uhr
Sa, So 10.00-17.00 Uhr
Nov-Mär:
01.11.-13.11./05.03.-31.03.: Sa, So 13.00-17.00 Uhr
19.11.-18.12.: Sa 13.00-17.00 Uhr
So 11.00-17.00 Uhr
25.12.-13.01.: tgl. 11.00-17.00 Uhr
14.01.-04.03.: Sa,So 13.00-17.00 Uhr
Do 15.00-18.00 Uhr
Das 1183 gegründete Prämonstratenserkloster Schussenried liegt inmitten der Barocklandschaft Oberschwabens.
Nachdem im 30-jährigen Krieg große Teile des Klosters niedergebrannt waren, errichtete Baumeister Jakob Emele unter Abt Magnus Kleber ab der Mitte des 18. Jahrhunderts den Gebäudekomplex neu.
Zu den Hauptsehenswürdigkeiten des ehemaligen Klosters gehört das prachtvoll geschnitzte barocke Chorgestühl der Pfarrkirche St. Magnus und der lichtdurchflutete Rokoko-Bibliothekssaal im nördlichen Konventsneubau.
Das "Museum Kloster Schussenried. Verborgene Pracht - vom Leben hinter Klostermauern" befasst sich mit der Geschichte von Kloster Schussenried und der Entwicklung Oberschwabens und seiner Klöster.
Desweiteren finden in den Räumen des Klosters regelmäßig Kunstausstellungen und andere Kulturveranstaltungen statt.
Der erste Ausstellungsteil stellt am Beispiel Schussenrieds Klöster als geistliche Einrichtungen und weltliche Herrschaften vor. Denn sie sind nicht nur Orte des Gebets, sondern auch politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentren. Kloster Schussenried gelingt die Ausbildung eines eigenen Territoriums, in dem es sämtliche Gerichtsrechte erlangt. Die wechselseitigen Beziehungen zwischen Kloster und Untertanen, ihre Rechte und Pflichten, die Einkünfte und Abgaben werden ebenso beleuchtet wie Wirtschaft und Verwaltung der Herrschaft.
Einen forschenden Blick hinter Klostermauern eröffnet das Klostermodell Dominikus Zimmermanns. Es zeigt idealtypisch die Kombination der repräsentativen Empfangsräume und Unterkünfte der Herrschaft mit der auf Abgeschiedenheit und Kontemplation ausgerichteten Seite eines Konvents. Nur Teile des neuen Klosters Schussenried konnten im 18. Jahrhundert nach diesem Modell errichtet werden. Die wechselvolle Baugeschichte des alten und des neuen Klosters wird in einer interaktiven Video-Animation anschaulich vorgeführt.
Nach der Aufhebung von Konvent und Herrschaft Schussenried im Zuge der Säkularisation 1803 verlassen die Chorherren das Kloster, neue Bewohner ziehen ein: Die Wilhelmshütte auf dem Klostergelände stellt ein frühes Beispiel der Industrialisierung in Oberschwaben dar. Die Nutzung der Klostergebäude als Heil- und Pflegeanstalt ist weitere Lösung des Umgangs mit einer nun staatlichen Großimmobilie. Beide Einrichtungen prägen Leben und Arbeiten im ehemaligen Kloster bis 1998 und werden in einem weiteren Raum in den Blick genommen.
Der zweite Ausstellungsteil widmet sich drei Aspekten klösterlichen Lebens: Wallfahrt und Marienverehrung sind ein wichtiger religiöser und sozialer Bestandteil im Leben von Klerus und Volk. Sie werden am Beispiel des Marienkultes der Prämonstratenser und der Schussenrieder Wallfahrt nach Steinhausen dargestellt. Ein sprechendes Beispiel für die Volksfrömmigkeit im Zeitalter des Barock ist die anrührende Darstellung eines Marientodes, die nach einer aufwändigen Restaurierung erstmals gezeigt wird.
Eine „Studierstube“ gibt den Blick frei auf Bildung und Wissenschaft im Kloster. Ein gottgeweihtes Leben in Stille und Zurückgezogenheit scheint mit der empirischen Untersuchung der Natur nichts zu tun zu haben. Doch sind es im Alpenvorland gerade die Klöster, in denen rege Studien in den Naturwissenschaften betrieben werden. Lehrsammlungen von Naturalien, Mineralien und wissenschaftlichen Instrumenten werden für Studienzwecke angelegt. Im Mittelpunkt stehen die beiden prachtvollen Globen aus Kloster Salem.
In einer „Sakristei“ gewähren kostbare Paramente und Altargerät einen Eindruck von der Prachtentfaltung barocker Liturgie. In ihrer religiösen Funktion dient diese Pracht allein dem Lobe Gottes, doch prägt sie auch alle Auftritte des geistlichen Staatswesens gegenüber den Untertanen und anderen Herrschaften.

KULTURpur empfehlen