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Stunde Null. Kunst zwischen Resignation und Aufbruch

Kunsthaus Zürich
Zürich | 07.06.2019-22.09.2019
Im Mittelpunkt dieser Ausstellung steht die Frage nach der Entwicklung der Kunst zwischen dem Schicksalsjahr 1933 und dem Jahr 1955. Gezeigt werden Werke aus der Kunsthaus-Sammlung, darunter europäische (viele davon aus der Schweiz) und nordamerikanische. Wie haben Künstlerinnen und Künstler mit ihrem Schaffen auf die massiven Zäsuren von Faschismus und Zweitem Weltkrieg reagiert? Und wie fanden sie nach dem Zweiten Weltkrieg und bis in die Mitte der 1950er-Jahre neue Wege, der Existenz – und der Existenz der Kunst selber – Gestalt zu verleihen? Die Antworten auf diese Fragen, wie sie sich aus der Kunsthaus-Sammlung heraus ergeben, sind spannend und oft überraschend. Mit Werken von Serge Brignoni, Alberto Giacometti, Fritz Glarner, Sophie Taeuber-Arp, Pablo Picasso, Joan Miró, Wols, Helen Dahm, Germaine Richier, Jean-Paul Riopelle, Nicolas de Staël, Jackson Pollock u. a. In einer separaten Präsentation werden die Forschungsergebnisse zur Herkunft der Werke auf Papier thematisiert, die das Kunsthaus in den Jahren 1933 bis 1950 für die Grafische Sammlung erworben hat....
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Max Bill 1908–1994magische chromographie, 1944/1946Öl auf Leinwand, 72×108cmKunst Museum WinterthurPhoto: SIK-ISEA,Lutz Hartmann,Zürich© 2019, ProLitteris, Zurich
Max Bill 1908–1994magische chromographie, 1944/1946Öl auf Leinwand, 72×108cmKunst Museum WinterthurPhoto: SIK-ISEA,Lutz Hartmann,Zürich© 2019, ProLitteris, Zurich

Konstruktive Kunst - Max Bill und die Zürcher Konkreten

Kunstmuseum Winterthur
Winterthur | 13.04.2019-02.02.2020
«konkrete kunst ist in ihrer letzten konsequenz der reine ausdruck von harmonischem maß und gesetz. sie ordnet systeme und gibt mit künstlerischen mitteln diesen ordnungen das leben.» Der Anspruch, den Max Bill (1908 – 1994) in seinem Manifest für die Konkrete Kunst 1949 formulierte, ist absolut: Harmonie und Ordnung werden Leitlinien einer künstlerischen Haltung, wie sie Jahrzehnte zuvor Pioniere wie Theo van Doesberg und Piet Mondrian vorweggenommen hatten. Von Max Bill wurden sie zum Programm erhoben. Die Malerei – wie auch die Plastik – sollte dabei nicht um ihrer selbst willen entstehen, sondern stand im Dienste einer modernen Utopie, wobei sich die Künste in der Tradition des Bauhauses mit der Architektur und dem Kunsthandwerk zu einem modernen Gesamtkunstwerk verbinden. Entsprechend diesem Ideal trat Max Bill denn nicht nur als bildender Künstler hervor, sondern auch als Architekt, Designer und Professor. Geboren 1908 in Winterthur, studierte Bill nach einer Lehre als Silberschmied 1927/1928 am Bauhaus und arbeitete nach seiner Rückkehr in die Schweiz 1929 zuerst als Architekt, später auch als Bildhauer, Grafiker und Maler. Seit den 1930er Jahren wurde der Winterthurer zu einem der wichtigsten Vertreter und Wortführer der Zürcher Konkreten. Als Gründungsrektor der Ulmer Hochschule sollte er im Nachkriegsdeutschland die Idee des Bauhauses erfolgreich wieder aufleben lassen. Max Bill ist im Kunst Museum Winterthur mit einer bedeutenden Werkgruppe vertreten, die durch Gemälde und Zeichnungen seiner Zeitgenossen Camille Graeser, Verena Loewensberg und Richard Paul Lohse ideal ergänzt werden. Sie zeigen, dass konkrete Kunst weit mehr ist als Regelwerk und Ordnung, sondern durch überraschende Bildfindungen und sinnliche Farbigkeit die eigenen Dogmen immer wieder aufbricht. Ergänzt wird die Ausstellung mit Werken von Kunstschaffenden, die die Traditionen konstruktiver Kunst in den folgenden Generationen aufgreifen und reflektieren....
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David Reed - Zeichnungen

Kunstmuseum Winterthur
Winterthur | 18.05.2019-18.08.2019
«Glaze over Green?» ist in feinem Bleistiftstrich auf vollgekritzeltem Millimeterpapier zu entziffern. Neben exakt datierten maltechnischen Fragestellungen und künstlerischen Entscheidungen finden sich Kommentare von Atelierbesuchern, private Notizen und unzählige Farbproben. Es ist als würde man dem kalifornischen Künstler David Reed (*1946) beim Betrachten seiner Working Drawings der gedanklichen und materiellen Entwicklung seiner Malerei beiwohnen. Der heute in New York lebende David Reed zählt zu den bedeutendsten Vertretern abstrakter Malerei der Gegenwart. In den heroischen Traditionen des abstrakten Expressionismus beziehungsweise der amerikanischen Nachkriegsmoderne verortet, reizte ihn zugleich die weit zurückreichende Tradition des Tafelbildes. In aufregender Weise verbindet sein Schaffen Faltungen und Lichteffekte von Renaissance und Barock mit den visuellen Möglichkeiten Neuer Medien und den Codes der «Street Culture» von heute. «Meine Bilder zeigen einen alles durchdringenden, nicht verorteten, unendlichen Raum, den ein sehr eigenartiges mediales Licht durchflutet. Ich möchte diesen Raum aufbrechen, damit er in den Ausstellungsraum hineinreicht und sich dem Betrachter nähert. Was zählt ist die Interaktion, die zwischen Bild und Betrachter stattfindet. Es gibt kein einfaches Ganzes.» (David Reed). In seinen Zeichnungen gibt Reed unmittelbar Einblick in dieses Ganze. In zahlreichen Einzelausstellungen, unter anderem 2001 im Kunstverein Hannover, 2012 im Kunstmuseum Bonn und 2016 im Pérez Art Museum, Miami, stand Reeds malerisches Schaffen im Zentrum. Mit der Präsentation seiner sogenannten Working Drawings ermöglicht das Kunst Museum Winterthur erstmals einen konzisen Einblick in sein zeichnerisches OEuvre, das seinen Schaffensprozess vorwegnimmt, begleitet, dokumentiert, kommentiert und jenen Denkraum öffnet, in dem Malerei als Möglichkeitsform verhandelt wird....
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© Raymond Pettibon Courtesy the artist, David Zwirner, and Regen Projects, Los Angeles
© Raymond Pettibon Courtesy the artist, David Zwirner, and Regen Projects, Los Angeles

Daumier - Pettibon

Reinhart am Stadtgarten
Winterthur | 02.03.2019-04.08.2019
Mit Honoré Daumier (1808–1879) und Raymond Pettibon (*1957) begegnen sich erstmals zwei der eindringlichsten und kritischsten Zeichner der Kunstgeschichte in einer Ausstellung. In ihrem Schaffen agieren die Kommentatoren mit satirischer Schärfe und geistreichem Witz als Spiegel ihrer Epoche. Politik und Gesellschaft, das Alltägliche und Aktuelle stehen im Zentrum des Schaffens beider Künstler. Honoré Daumier war Graphiker, Zeichner und Maler und wurde in seiner Zeit vor allem als Karikaturist berühmt. Seine politischen und sozialen Kommentare erreichten in der illustrierten Tagespresse die gesamte Bevölkerung, wodurch er zum wichtigsten Chronisten des 19. Jahrhunderts in Frankreich wurde. Als scharfer Beobachter mit unglaublich zeichnerischem Talent erbrachte der Realist Daumier eine der eindrücklichsten künstlerischen Leistungen der Epoche. In der Ausstellung wird sein Schaffen umfassend präsentiert und neben dem bekannten druckgraphischen Werk auch Malerei und Skulptur gezeigt. Ein gleichermassen radikales Zeitzeugnis stellt die Arbeit des US-Amerikaners Raymond Pettibon dar. Mit spitzer Feder verhandelt er Themen von Politik, Religion, Sport bis hin zu Literatur und erfasst die Realität – das amerikanische Glücksversprechen und dessen albtraumhafte Verzerrungen – schlaglichtartig auf Papier. Seine Text-Bild-Collagen sind von bissigem Humor und tiefer Skepsis gegenüber dem «American Way of Life», der Politik und Gesellschaft in den Vereinigten Staaten bestimmt: In seiner Spiegelwelt der scharfen Schwarz-Weiss-Kontraste, der breit gepinselten schemenhaften Figuren lotet Pettibon gnadenlos die Abgründe des Seins aus. In der Gegenüberstellung Daumiers und Pettibons eröffnen sich überraschende Gemeinsamkeiten: kritisches Denken, präzise Zeichnung, die Kombination von Wort und Schrift sowie formale und inhaltliche Kühnheit. Die Begegnung ihrer eindringlichen Kunst bereichert und ergänzt wechselseitig den Blick auf die Arbeit des anderen und lässt die beiden herausragenden Künstler in einen höchst aktuellen Dialog treten zwischen dem Damals und dem Jetzt....
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Templada I, 2018 © Guido Baselgia
Templada I, 2018 © Guido Baselgia

Guido Baselgia: Als ob die Welt zu vermessen wäre

Fotostiftung Schweiz
Winterthur | 19.10.2019-16.02.2020
Der Fotograf als Forschungsreisender: In den vergangenen zwanzig Jahren bewegte sich Guido Baselgia mit seiner Kamera in geologischen Randzonen, tastete die karge Erdoberfläche ab und beobachtete Lichtphänomene in den Alpen, den Anden und im Norden Norwegens. Seine Studien übersetzte er in die Bildsprache einer langsamen, analogen Fotografie. So entstanden schwarzweisse Tableaus an der Grenze zur Abstraktion, ausgeführt als grossformatige Silbergelatineabzüge oder Heliogravüren, die sich durch ihre Detailliertheit und materielle Beschaffenheit auszeichnen. Die Ausstellung knüpft an die bekannten Werkzyklen – «Hochland», «Weltraum», «Silberschicht« und «Light Fall» – an und stellt erstmals Baselgias neuestes Projekt vor. Dieses führt ihn nach Ecuador und Peru, ins Amazonasbecken. Auf seinen Expeditionen setzt sich der Fotograf mit der Darstellbarkeit des tropischen Regenwaldes auseinander. Die flirrende Dichte und Vielfalt der Vegetation verwandelt er in Kompositionen grösster Ruhe und Konzentration. Porträts der indigenen Bewohner und Stillleben aus dem Umfeld der Siedlungen werden zu Reflexionen über die fotografische Repräsentation dieser bedrohten Lebenswelt. Wie ein Memento Mori würdigt Baselgias Arbeit diesen Landschaftsraum, dessen wirtschaftliche Ausbeutung sich längst auf das globale Klima auswirkt....
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Yves Netzhammer - Nistplätze für Berührungen

Kunstmuseum Winterthur
Winterthur | 25.10.2019-05.01.2020
Nistplätze für Berührungen: Der poetische Titel bezeichnet den Ort familiären Aufwachsens und Zusammenseins in der Tierwelt und verbindet ihn mit der intimen Geste des Berührens. In dieser Kombination von Vertrautem klingen surreale Welten an, wie sie für das Schaffen des Zürcher Medienkünstlers Yves Netzhammer charakteristischer nicht sein könnten. Nistplätze für Berührungen, eine bedeutende frühe Installation des Künstlers, wurde 2006 im Museum Rietberg erstmals präsentiert und kürzlich als Schenkung dem Kunst Museum Winterthur übergeben. Sie wird nun im Kontext der Winterthurer Sammlung zu sehen sein und mit den ebenso verrätselten Interieurs von Édouard Vuillard und Pierre Bonnard in einen Dialog treten. 150 digitale Zeichnungen, auf drei stoffbezogene Körper projiziert, verwandeln den Ausstellungsraum in einen magischen Ort. Raumskulptur und Zeichnungskabinett in einem, entwickelt sich in der Überblendung der einzelnen Zeichnungen eine filmartige Sequenz. In diesem frühen Werk manifestieren sich wesentliche Gestaltungselemente von Netzhammers Schaffen. Ausgehend von einem im Grunde zeichnerischen Ansatz entwickelt der Künstler komplexe raumgreifende Installationen mit verräumlichten Bildfolgen, in denen sich der Betrachter zu verlieren droht. Seit seiner Teilnahme an der Biennale von Venedig 2007 wird das multimediale Werk des 1970 in Affoltern am Albis geborenen Künstlers weltweit wahrgenommen, wie Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im Kunstmuseum Wolfsburg, an der Kiew Biennale und der Biennale von Shenzhen belegen. Nistplätze für Berührungen markiert den Beginn seiner internationalen Laufbahn und verbindet in der Winterthurer Sammlung die reiche Tradition der Zeichnung mit den digitalen Bildwelten von heute....
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Souvenir Suisse - Meisterblätter aus der Stiftung Familie Fehlmann

Reinhart am Stadtgarten
Winterthur | 21.09.2019-02.02.2020
Erinnerungen sind das Bleibende im Gedankengut von Reisenden, heute wie damals. Seien es Fotos, Postkarten oder Ansichten der besuchten Gegenden oder das gute alte Skizzenbuch. Sie alle sind hilfreiche Gedankenstützen. Als die Schweiz im 18. Jahrhundert zum Reiseziel und als «Tempel der Natur» beschrieben wurde, in dem man «bey jedem Schritte die wunderbarsten Abwechslungen der herrlichsten Aussichten erwarten» durfte, war der Boden für einen blühenden Tourismus geschaffen. Damit einher ging eine neue Art der Bildproduktion, die eben dieser Erinnerung diente: In den 1760er Jahren erfand der Winterthurer Landschaftsmaler, Zeichner und Radierer Johann Ludwig Aberli die handkolorierte Umrissradierung, eine klug gewählte Mischung zwischen Druckgraphik und Aquarell. Als «Aberlische Manier» bekannt, wurde sie in der Folge von Künstlern wie Heinrich Rieter und Gabriel Lory aufgenommen und weiterentwickelt. Ihre bezaubernden Blätter waren hochbezahlte Souvenirs, die als Abbild des «Arkadien Europas» weite Verbreitung fanden. Die Stiftung Familie Fehlmann in Winterthur, die 2016 auf Initiative des Winterthurers Heinz Fehlmann-Sommer (1919–2015) gegründet worden ist, besitzt eine faszinierende Sammlung dieser Druckgraphik in «Aberlis Manier». Von seinem Vater Heinrich Fehlmann-Richard (1880–1952) in jahrelanger Beschäftigung und mit viel Liebe und Kennerschaft zusammengetragen, werden die Blätter nun zum hundertsten Geburtstag des Stiftungsgründers erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Zusammen mit den reichen Beständen an Gemälden und Zeichnungen im Kunst Museum Winterthur zeigt die Ausstellung ein facettenreiches Bild der Schweiz, das ihre Wahrnehmung im Ausland nachhaltig prägte und wesentlich zur Identitätsbildung der Schweiz, wie wir sie heute sehen und verstehen, beitrug....
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Iman Issa

Kunstmuseum St.Gallen
St. Gallen | 21.12.2019-26.04.2020
Die skulpturalen und installativen Arbeiten der ägyptischen Künstlerin Iman Issa (*1979 Kairo) verweisen auf historisches sowie aktuelles Kulturerbe, beispielsweise auf Monumente und Denkmäler und deren gesellschaftliche wie politische Prägung. Ausgehend von existierenden Memorialen, Artefakten oder Instrumenten, erarbeitet die Künstlerin formal abstrahierte Plastiken, die, teils mit Textverweisen versehen, bewusst eine Verbindung zu historischen Kunstwerken, Kulturgütern und Ereignissen herstellen. Dies tun sie, ohne deren soziale und geografische Herkunft oder kulturellen Kontext preiszugeben – ohne Zitate und Quellen offenzulegen. Durch formale Reduktion und Abstraktion fokussiert die Künstlerin in ihren nahezu enzyklopädisch durchdachten räumlichen Inszenierungen den kollektiven Umgang mit Kunst-, Kultur- und Zeitgeschichte sowie die Macht der Darstellung. Iman Issa übersetzt historische wie zeitgenössische Aspekte in eine neue visuelle Sprache mit vielfältigen Bedeutungsebenen....
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La luce alpina

Kunstmuseum St.Gallen
St. Gallen | 28.09.2019-01.12.2019
Giovanni Segantini (1858–1899) gehört zu den bedeutendsten Malern des späten 19. Jahrhunderts. In seinen Gemälden entwarf er das Bild eines Daseins in harmonischem Einklang mit der Natur. Die einfachen ländlichen Figuren sind eingebettet in den ewigen Zyklus der Jahreszeiten, von Geburt, Sein und Tod. Seit 1887, in den Bündner Alpenlandschaften, gelingt es dem Künstler, die minuziös erfasste Bergwelt in allegorische Bildvisionen von strahlender Leuchtkraft zu bannen, gleichsam als malerischen Gegenentwurf zur Realität grossstädtischer Existenz. Gilt Giovanni Segantini mit seinen idealistischen Visionen als einer der Hauptvertreter des europäischen Symbolismus im Fin de Siècle, so weist ihn der von ihm entscheidend geprägte italienische Divisionismus als Erneuerer der Malerei aus....
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Matisse - Metamorphosen

Kunsthaus Zürich
Zürich | 30.08.2019-08.12.2019
Henri Matisse (1869 – 1954) war bereits zu Lebzeiten als revolutionärer Maler und Erfinder der «Papiers découpés» berühmt. Dass er aber auch in Ton und Gips modellierte und Wert darauf legte, als Bildhauer öffentlich wahrgenommen zu werden, ist weit weniger bekannt. Dabei stellen die vier Bronzereliefs «Rückenakt (I-IV)» nicht nur sein plastisches Hauptwerk, sondern auch einen Meilenstein in der Skulptur der Moderne dar. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Matisse’ künstlerische Methode, die er bei fast allen seiner wichtigsten Plastiken anwendete: Ausgehend von einer naturalistisch anmutenden Gestaltung, abstrahierte er seine Figuren immer stärker bis hin zu einer radikalen Stilisierung. Dabei hielt er die entscheidenden «Zustände» als eigenständige Plastiken fest und führt uns so seinen Schaffensprozess vor Augen. Gleichsam einer Metamorphose wandeln sich seine Bronzen von einer Naturform zu einer Kunstform. Dieser Prozess der Verwandlung findet Parallelen in seinem malerischen und zeichnerischen Werk. Diese werden in der Ausstellung erstmals zueinander in Beziehung gesetzt. Matisse’ unterschiedliche Inspirationsquellen – Aktfotografien, afrikanische und antike Vorbilder – sowie Fotografien, die den Künstler als Bildhauer zeigen, runden diese fokussierte Schau ab und präsentieren den französischen Meister von einer etwas unbekannteren Seite....
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Brigham Baker (11. Manor Kunstpreis Kanton Zürich 2019)

Kunstmuseum Winterthur
Winterthur | 25.10.2019-05.01.2020
Was sich auf den ersten Blick als monochrome Malerei mit feinen Farbverläufen und vereinzelt zarten Gesten präsentiert und sich in eine lange Malereigeschichte einzuschreiben scheint, entpuppt sich bei genauer Betrachtung als vorgefundenes Objekt, beinahe als «objet trouvé». Es handelt sich nämlich um die Stoffe von Sonnenstoren, über Jahrzehnte vor Wohnzimmerbalkonen ausgebleicht, vom Künstler zum Tondoformat aufgespannt. Brigham Bakers künstlerische Herangehensweise ist bestimmt durch einen überlegt-spielerischen Umgang mit Naturprozessen und Alltagsmaterialien, die er wie bei den Shades in malerische Traditionen einschreibt bzw. in installative Anordnungen übersetzt. Mit radikaler Neugier untersucht der 1989 in Nipomo (Kalifornien) geborene und heute in Zürich lebende Künstler seine Umwelt und lässt die Ausstellungsbesucherinnen und -besucher an seinen unkonventionellen pseudowissenschaftlichen Recherchen teilhaben, welche die Kategorien des klassischen Kunstmuseums ausloten und die Kunst mit Naturprozessen und -phänomenen verbinden. Die Jury, bestehend aus Ines Goldbach (Kunsthaus Baselland), Bob Gramsma (Künstler), Pierre-André Maus (Manor AG), Chantal Prod’Hom (mudac Lausanne) und Nadine Wietlisbach (Fotomuseum Winterthur) hat Brigham Baker den 11. Manor Kunstpreis des Kantons Zürich zuerkannt. Der Manor Kunstpreis bildet die umfassendste private Förderung junger Kunst in der Schweiz. Er ist mit einer Ausstellung und einer Begleitpublikation an den Austragungsorten verbunden. Bisherige Preisträger des Kantons Zürich im Kunst Museum Winterthur waren: Britta Huttenlocher, Mario Sala, Nic Hess, Karim Noureldin, Andro Wekua, David Chieppo, Fabian Marti, Alexandra Navratil, El Frauenfelder und Christoph Eisenring. Brigham Bakers Schaffen war bisher in verschiedenen Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Das Kunst Museum Winterthur widmet ihm mit dem Manor Kunstpreis die erste Einzelausstellung im institutionellen Rahmen....
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Albert Oehlen

Kunstmuseum St.Gallen
St. Gallen | 06.07.2019-10.11.2019
Das Trio Kippenberger, Büttner, Oehlen stand am Beginn einer Malerei, die sich als „bad painting“ genüsslich gegen modernistische Zwänge und eine neue Lust nach „wilden“ Bildern auflehnte. Die Ausstellung im Folkwang-Museum, 1984, Wahrheit ist Arbeit wurde zum Manifest, wobei Oehlen sich mehr für die Malerei interessierte, die ab da zum eigentlichen Thema seiner Arbeit wurde. Albert Oehlen (*1954 Krefeld) studierte in Hamburg bei Claus Böhmler und Sigmar Polke. Von 2000 bis 2009 hatte er eine Professur an der Kunstakademie Düsseldorf inne. Mit seiner Frau Esther Freund und seiner Tochter Maya lebt er seit 2002 in Gais. Er ist der Region dadurch eng verbunden – und dies ganz natürlich, parallel zu seiner globalen Ausstellungspraxis als einer der bedeutendsten Vertreter experimenteller Malerei....
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