Archäologische Ausgrabungen haben in Cham-Hagendorn schon in den 1940-er Jahren und wiederum 2003/04 einzigartige römische Funde zutage gefördert. Die ausgezeichnet erhaltenen Bestandteile von hölzernen Mühlrädern gehören zu den bedeutendsten römischen Mühlenfunden überhaupt. Cham-Hagendorn war jedoch nicht ausschliesslich Standort einer Mühle. Ein umfangreiches Ensemble von Göttinnen aus Terrakotta, ein Pfirsichbaum und weitere Weihegaben zeugen von einem Heiligtum. Eine Schmiedewerkstatt schliesslich hinterliess Berge von Schlacken. Verbindendes Element zwischen diesen so unterschiedlichen Plätzen ist ein kanalisierter Wasserlauf, der die Mühle mit Energie versorgte und den heiligen Bezirk vom profanen Werkplatz abgrenzte.
Die Sonderausstellung «Geschichte(n) am Kanal» stellt die Ergebnisse der 2014 abgeschlossenen wissenschaftlichen Bearbeitung von Cham-Hagendorn ins Zentrum. Darüber hinaus beleuchtet sie die römische Epoche im Kanton Zug. Zu sehen sind daher auch die wichtigsten Funde aus weiteren aktuellen Fundstellen wie die Baarburg und zahlreiche römische Münzschätze.