Haus der Photographie - Deichtorhallen, Foto: Foto: Conny Hilker
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Haus der Photographie - Deichtorhallen - Aktuelle Kunst

Foto: Haus der Photographie - Deichtorhallen
Foto: Haus der Photographie - Deichtorhallen
Haus der Photographie - Deichtorhallen, Foto: Foto: Conny Hilker
Haus der Photographie - Deichtorhallen, Foto: Foto: Conny Hilker

Deichtorstr. 1-2
20095 Hamburg
Tel.: 040 321030
Homepage

Öffnungszeiten:

Di-So 11.00-18.00 Uhr

Eyes on Paris

16.09.2011 - 08.01.2012
"Paris ist ein großer Bibliothekssaal, der von der Seine durchströmt wird." Walter Benjamin "Wenn du zu den Glücklichen gehörst, die in Paris gelebt haben, dann trägst du die Stadt für den Rest deines Lebens in dir, wohin du auch gehen magst, denn Paris ist ein Fest fürs Leben." Ernest Hemingway Paris gilt als Wiege der Fotografie. Hier wurde das Verfahren am 19. August 1839 vorgestellt und augenblicklich der Weltöffentlichkeit zum Geschenk gemacht. Paris mit seinen Künstlern, Wissenschaftlern, Handwerkern stellte den Nährboden des Mediums. Umgekehrt war die Stadt selbst von Anfang an Gegenstand ambitionierter fotografischer Projekte. Paris ist mit Sicherheit die am meisten fotografierte Stadt der Welt. Vor allem im 20. Jahrhundert avancierte die Seine-Metropole zum Ausgangspunkt bedeutender Zyklen. Sei es, dass fotografierende Künstler die Bestätigung eines Mythos suchten oder ihn bildkritisch hinterfragten. In der Paris-Fotografie des 20. Jahrhunderts spiegeln sich wichtige Etappen der neueren Kunst- und Kulturgeschichte ebenso wie die Möglichkeiten fotografischer Wahrnehmung. Letztere in Gestalt eines spannungsreichen Parcours aufzublättern, ist das Ziel der Ausstellung mit dem von Henry Miller inspirierten Titel. Eyes on Paris zeigt, wie fotografierende Künstler, Franzosen wie Immigranten, Paris gesehen, erlebt, sich mit der Kamera erschlossen haben. Dabei oszilliert ihr Blick zwischen dokumentarischem Interesse und subjektiver Wahrnehmung, Chronistenpflicht und Projektion persönlicher Befindlichkeiten. Rund 400 fotografische Werke bedeutender Vertreter der Fotografie im 20. Jahrhundert treten in einen Dialog mit epochalen Büchern, Portfolios oder seltenen Mappenwerken. Schließlich war keine Stadt der Welt so oft Gegenstand herausragender Publikationen wie Paris: von Atget bis Ed van der Elsken, von Robert Doisneau bis William Klein. Vintage Print und Vintage Book im Dialog - damit betritt die Hamburger Ausstellung Neuland und wird gleichzeitig dem in jüngerer Zeit enorm gewachsenen Interesse am gedruckten Bild gerecht. Nicht nur versammelt die Schau alle wichtigen (fotografisch illustrierten) Paris-Bücher des 20. Jahrhunderts. Sie erzählt auch (über ausgewählte Abzüge, Buchdummys oder Dokumente) von deren Genese bzw. Rezeption. Der Bogen spannt sich von circa 1890 bis in unsere Tage. Zu sehen sind fotografische Originale in Schwarzweiß und Farbe, Arbeiten der Klassiker der Fotografie (von Kertész bis Izis), aber auch Werkgruppen junger, zeitgenössischer Kamerakünstler, deren postmoderner Blick auf ein sich veränderndes Paris die Stadt als bleibende Herausforderung internationaler Kamerakunst bestätigt. Auf rund 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche entsteht ein immer wieder überraschender Rundgang durch das Paris des 20. Jahrhunderts mit Querverweisen auf Architektur und Stadtgeschichte, Alltagskultur und Kunstgeschehen. In der Summe ist die Ausstellung mit rund vier Monaten Laufzeit mit Sicherheit das ambitionierteste Projekt zur fotografischen Paris-Ikonografie des 20. Jahrhunderts. Gegliedert ist die Ausstellung in sieben Abschnitte: Stadt als Kunstwerk - Ein ABC der Monumente 1880-1940 Strategien der Moderne - Paris und die Avantgarde 1920-1940 Welt als Bühne - Die Photographie humaniste 1940-1960 Fremde Neugier - Der Blick von außen 1920-1960 Metropolis der Zeichen - Das Jahrzehnt der Subjektiven 1950-1960 Kamerakunst im Selbstauftrag - Fotografierende Autoren 1950-1970 Revision eines Mythos - Postmoderne Bildkonzepte 1970-heute

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