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Westfälischer Kunstverein


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48147 Münster
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Camille Henrot: The Pale Fox

21.02.2015 - 10.05.2015

Die Einzelausstellung der französischen Künstlerin Camille Henrot (*1978) mit dem Titel „The Pale Fox“ stellt eine Weiterentwicklung der Ideen ihres Films „Grosse Fatigue“ dar. Der Film, der im Rahmen dieser Ausstellung ebenfalls zu sehen sein wird, ist ein Versuch einer Enzyklopädie des Wissens, bzw. das Eingestehen der Unmöglichkeit dieser. Auf der 55. Biennale di Venezia 2013 wurde Henrot ausgezeichnet mit dem Silbernen Löwen als vielversprechendste Nachwuchskünstlerin und im November 2014 mit dem Nam June Paik Award der Kunststiftung NRW. Die weltweit besprochene Ausstellung „The Pale Fox“ kommt nach den Stationen London, Kopenhagen und Paris im Februar 2015 nach Münster in den Westfälischen Kunstverein.
„The Pale Fox“ widmet sich – in der Weiterentwicklung von „Grosse Fatigue“ – unserem Bemühen und unserem Drang, der Welt und unserer Existenz Sinn zu verleihen - durch die Objekte, die uns umgeben. Camille Henrots gigantisches Projekt versammelt ganz verschiedene Kulturen, Praktiken und Wissenschaften aus der Geschichte, die sich das wenngleich utopische Ziel gesetzt haben, das gesamte menschliche Wissen in einem einzelnen Objekt oder Theorem zu versammeln. Mehr als 400 Fotografien, Tuschezeichnungen, Diagramme, Bronzeskulpturen, Bücher und Artefakte (die meisten Objekte wurden bei eBay gekauft, gefunden oder von Museen und Bibliotheken ausgeliehen) positioniert die Künstlerin in ein elaboriertes Display-System. Auf von ihr entworfenen Aluminium-Wandregalen in einem gänzlich blauen Environment demonstriert Henrot die ganze Bandbreite ihres Schaffens, aber auch die Vielfalt der verschiedenen Objekte, ihrer Entstehungszusammenhänge und Intentionen. Jede der vier Wände des Ausstellungsraumes ist darüber hinaus einem Element, einer Himmelsrichtung, einem Lebensabschnitt und einem der vier Leibnizschen philosophischen Prinzipien zugeordnet.
Der Blassfuchs aus dem Titel ist einer anthropologischen Studie (hg. von Marcel Griaule und Germaine Dieterlen, 1965) über die westafrikanische Volksgruppe der Dogon entnommen. Innerhalb der animistischen Religion der Dogon steht der Blassfuchs für Unordnung und Chaos, aber ebenso für die Entstehung und das Werden; durch ihn entstand, der Legende nach, die Sonne. Für Henrot sind Entropie und Unordnung, die die Dogon-Mythologie dem Blassfuchs zuschreibt, die grundlegenden Prinzipien von kreativem Schaffen und Wissenskonstruktionen. Die Figur des „Pale Fox“ steht für die Unordnung als jedem System implizites Element – sie ist keine Verfehlung sondern notwendige Bedingung.

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