Paula Modersohn-Becker Museum, Foto: freiraumfotografie Bremen
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Museen Böttcherstraße: Paula Modersohn-Becker Museum und Ludwig Roselius Museum

Paula Modersohn-Becker Museum, Foto: freiraumfotografie Bremen
Paula Modersohn-Becker Museum, Foto: freiraumfotografie Bremen
Paula Modersohn-Becker Museum, Foto: freiraumfotografie Bremen
Paula Modersohn-Becker Museum, Foto: freiraumfotografie Bremen

Böttcherstr. 6-10
28195 Bremen
Tel.: 0421 33 88 222
Homepage

Öffnungszeiten:

Di-So 11.00-18.00 Uhr

Elfriede Lohse-Wächtler

01.03.2009 - 30.05.2009
Elfriede Lohse-Wächtler (1899–1940), wie Paula Modersohn-Becker in Dresden geboren, war eine virtuose Zeichnerin, die ihrer Zeit mit delikater Farbigkeit und schonungsloser Hingabe an die Realität den Spiegel vorhielt. Nach dem Besuch der königlichen Kunstgewerbeschule in Dresden schloss sie sich zunächst den expressionistischen Künstlern der Dresdner Sezession an. 1925 kam sie mit ihrem Mann nach Hamburg und fand hier ihren eigenen Stil. Zwischen Expressivität und Neuer Sachlichkeit schildern ihre Zeichnungen ihr eigenes Ringen um eine künstlerische Existenz. Nach einem Nervenzusammenbruch infolge materieller und partnerschaftlicher Probleme wird Elfriede Lohse-Wächtler 1929 erstmals in die Psychiatrie Hamburg-Friedrichsberg eingewiesen. Hier zeichnet sie unermüdlich. Die "Friedrichsberger Köpfe" finden schließlich ihren Weg in Hamburger Galerien und machen Sammler und Kritiker auf das große Talent Lohse-Wächtlers aufmerksam: "Elfriede Lohse-Wächtler ragt gegenüber dem heutigen Plätscher-Niveau empor – sie ist entschieden eine Entdeckung", urteilt der Hamburger Anzeiger im Mai 1929. Mit der künstlerischen Anerkennung beginnt die intensivste Schaffensphase der Zeichnerin. Mindestens 18 Selbstbildnisse aus den Jahren 1929 bis 1931 sind bekannt, in denen Elfriede Lohse-Wächtler sich immer wieder selbst befragt. Der Stil ihrer Zeichnungen wird mit Arbeiten Kokoschkas verglichen, die Hamburger Kunsthalle und das Museum für Kunst und Gewerbe erwerben ihre Blätter. Zeitgleich verstärken sich jedoch die materiellen und psychischen Probleme der Künstlerin, sie schläft zeitweilig in Bahnhofswartehallen und gerät an den Rand der Gesellschaft. 1931 kehrt sie nach Dresden zurück, um erneut bei ihren Eltern zu leben. Im folgenden Jahr wird sie in die Psychiatrische Anstalt Arnsdorf eingeliefert und 1940 nach Pirna-Sonnenstein deportiert, wo sie durch das nationalsozialistische "Euthanasieprogramm" ermordet wird.

Elfriede Lohse-Wächtler

01.03.2009 - 03.05.2009
Elfriede Lohse-Wächtler (1899–1940), wie Paula Modersohn-Becker in Dresden geboren, war eine virtuose Zeichnerin, die ihrer Zeit mit delikater Farbigkeit und schonungsloser Hingabe an die Realität den Spiegel vorhielt. Nach dem Besuch der königlichen Kunstgewerbeschule in Dresden schloss sie sich zunächst den expressionistischen Künstlern der Dresdner Sezession an. 1925 kam sie mit ihrem Mann nach Hamburg und fand hier ihren eigenen Stil. Zwischen Expressivität und Neuer Sachlichkeit schildern ihre Zeichnungen ihr eigenes Ringen um eine künstlerische Existenz. Nach einem Nervenzusammenbruch infolge materieller und partnerschaftlicher Probleme wird Elfriede Lohse-Wächtler 1929 erstmals in die Psychiatrie Hamburg-Friedrichsberg eingewiesen. Hier zeichnet sie unermüdlich. Die »Friedrichsberger Köpfe« finden schließlich ihren Weg in Hamburger Galerien und machen Sammler und Kritiker auf das große Talent Lohse-Wächtlers aufmerksam: »Elfriede Lohse-Wächtler ragt gegenüber dem heutigen Plätscher-Niveau empor – sie ist entschieden eine Entdeckung«, urteilt der Hamburger Anzeiger im Mai 1929. Mit der künstlerischen Anerkennung beginnt die intensivste Schaffensphase der Zeichnerin. Mindestens 18 Selbstbildnisse aus den Jahren 1929 bis 1931 sind bekannt, in denen Elfriede Lohse-Wächtler sich immer wieder selbst befragt. Der Stil ihrer Zeichnungen wird mit Arbeiten Kokoschkas verglichen, die Hamburger Kunsthalle und das Museum für Kunst und Gewerbe erwerben ihre Blätter. Zeitgleich verstärken sich jedoch die materiellen und psychischen Probleme der Künstlerin, sie schläft zeitweilig in Bahnhofswartehallen und gerät an den Rand der Gesellschaft. 1931 kehrt sie nach Dresden zurück, um erneut bei ihren Eltern zu leben. Im folgenden Jahr wird sie in die Psychiatrische Anstalt Arnsdorf eingeliefert und 1940 nach Pirna-Sonnenstein deportiert, wo sie durch das nationalsozialistische ›Euthanasieprogramm‹ ermordet wird.

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