© andreas130 / www.fotolia.de
KULTURpur - Wissen, wo was läuft!

KZ Gedenkstaette Mittelbau-Dora


Kohnsteinweg 20
99734 Nordhausen
Tel.: 03631 49 58 0
Homepage

Öffnungszeiten:

Mär-Okt: Di-So 10.00-18.00 Uhr
Nov-Feb: Di-So 10.00-16.00 Uhr

...gerade Dich, Arbeiter, wollen wir.

21.05.2011 - 28.08.2011
Nationalsozialismus und freie Gewerkschaften im Mai 1933 Am 2. Mai 1933, drei Monate nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten, besetzten SA-Schläger und Polizei überall in Deutschland die Büros und Versammlungsräume der Gewerkschaften. Zahlreiche Gewerkschaftsfunktionäre nahmen sie in Haft; viele wurden misshandelt oder sogar ermordet. Auch in Nordhausen zogen SA- und SS-Trupps an diesem Tag zu den Gewerkschaftssitzen, u.a. zum Volkshaus "Eintracht" in der Geseniusstraße. Mehrere Nordhäuser Gewerkschaftler wurden in "Schutzhaft" genommen und in Konzentrationslager eingewiesen. Einen Monat später fand eine zweite Verhaftungswelle statt. Mit der Zerschlagung der Gewerkschaften versuchten die Nationalsozialisten, den Widerstand aus der Arbeiterschaft zu brechen. Zugleich propagierten sie die vermeintlich klassenlose "Volksgemeinschaft" und schufen mit der "Deutschen Arbeitsfront" (DAF) eine nationalsozialistische Pseudo-Einheitsgewerkschaft. An diese Ereignisse erinnert eine Wanderausstellung der Hans-Böckler-Stiftung und des DGB, die am Dienstag, den 24. Mai 2011 in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora eröffnet wurde. 25 Schautafeln vergegenwärtigen mit zahlreichen Fotos und Dokumenten diesen Tiefpunkt in der Geschichte der politischen Arbeiterbewegung und der deutschen Demokratie. Die Ausstellung zeichnet die Vorgänge chronologisch nach. Dabei beschränkt sie sich bewusst nicht auf die reine Ereignisgeschichte, sondern thematisiert auch die Ideologie der Nationalsozialisten. Diese machten der Arbeiterschaft mit der Propagierung der "Volksgemeinschaft" und des "Adels der Arbeit" ein vergiftetes Integrationsangebot. Dafür steht auch der Titel der Ausstellung: "... gerade Dich, Arbeiter, wollen wir" - ein Zitat von Robert Ley, dem Chef der Deutschen Arbeitsfront.

KULTURpur empfehlen