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Kunsthalle Göppingen


Marstallstraße 55
73033 Göppingen
Tel.: 07161 650 777
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Öffnungszeiten:

Di-Fr 13.00-19.00 Uhr
Sa, So 11.00-19.00 Uhr

Bernhard Kahrmann: volatile tenderness

13.07.2008 - 14.09.2008
Bernhard Kahrmann schafft in seinen Arbeiten durch den Einsatz verschiedener medialer Mittel stimmungsgeladene, minimalistische und atmosphärische Räume. Auf ein Minimum von formalen Ausdrucksträgern und immateriellen Silhouetten reduziert, eröffnet er dem Besucher der Ausstellung eine volatile, flüchtige, mediale Welt. Die minimalistische Formensprache seiner Installation, die sich schon in Bernhard Kahrmanns vergangenen Arbeiten abgezeichnet hat, ermöglicht es dem Betrachter auch in der aktuellen Ausstellung, sich ganz auf die elementaren Grundlagen des Wahrnehmens einzulassen. Die Reduzierung fast aller Ausdrucksmöglichkeiten des projizierten Bildes auf seine wesentliche Komponente, die des Lichts, bedeutet für Kahrmann eine konsequente Fortführung seines bisherigen Werks. Setzte er sich zunächst in aufwendigen Dia- und Videoinstallationen mit der mehrdimensionalen Wahrnehmung von Raum auseinander, so reduzieren seine neuen Arbeiten zugunsten einer zunehmenden Konzentration auf einzelne Ausdrucksträger sein Formenvokabular auf ein Minimum. Die Beschäftigung mit der Wirklichkeit der Projektion schafft Bilder, die - ebenso rätselhaft wie schön - sich in den Erfahrungsschatz des Betrachters einbrennen. Die Ausstellung „volatile tenderness“ in der Kunsthalle Göppingen zeigt vier neue Arbeiten aus den Jahren 2007 und 2008 von Bernhard Kahrmann. „volatile tenderness“ ist die zentrale Installation, bestehend aus einer gefalteten Projektionsfläche und Diaprojektoren. Durch die Projektion entsteht ein immaterielles Wechselspiel zwischen unterschiedlichen Lichtqualitäten. Auch hier ist der Betrachter aufgefordert, sich dem kaum wahrnehmbaren Wechselspiel der Lichtintensitäten hinzugeben. In „some time before“, 2008, einer Sound- und Videoinstallation, läuft eine Digitaluhr, als Projektion an der Wand und ruft im Betrachter ein nicht greifbares, fiktives Zeitgefühl hervor. Bewusst entlang der Schwelle des Sichtbaren operiert die im Jahr 2007/2008 entstandene Arbeit „Hubble“, benannt in Anlehnung an das Weltraumteleskop für sichtbares Licht, Ultraviolett- und Infrarotstrahlung. Kleine Lichtpunkte gleiten über Wandflächen. Sie strahlen eine suggestive Beiläufigkeit aus, die vielleicht gerade deshalb Blicke auf sich zieht. Als flüchtige Erscheinungen buhlen sie nicht um Aufmerksamkeit, sondern sind, was sie sind: projizierte, minimal sich verändernde Bilder im Raum. Die neuesten Arbeiten von Bernhard Kahrmann sind künstlerische Auseinandersetzungen mit Licht als Werkstoff und Motiv. In einer Reihe von Papierarbeiten sind kaum wahrnehmbare Lichtverläufe aus unterschiedlichen Farbtemperaturen und feine hell-dunkel Kontraste zu beobachten. Der 1973 in Geislingen/Steige geborene Bernhard Kahrmann lebt und arbeitet in Berlin und Stuttgart.

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