Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart (Foto: Maximilian Meisse)
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Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart

Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin. Berlin-Tiergarten, Invalidenstr. 50. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin. Berlin-Tiergarten, Invalidenstr. 50. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart (Foto: Maximilian Meisse)
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart (Foto: Maximilian Meisse)

Invalidenstr. 50-51
10557 Berlin
Tel.: 030 266 424242
Homepage

Öffnungszeiten:

Di-Fr 10.00-18.00 Uhr
Do bis 20 Uhr
Sa+So 11.00-18.00 Uhr

Nina Canell / Rolf Julius: Lautlos

01.12.2012 - 21.04.2013

In der Ausstellung treffen die Werke zweier Künstler aufeinander, die unterschiedlichen Generationen angehören und die sich trotz des gemeinsamen Wohnorts Berlin nie persönlich begegnet sind. Während Rolf Julius - 1939 in Wilhelmshaven geboren und 2011 in Berlin verstorben - in der Tradition einer Musik für Augen und Ohren gearbeitet hat, gehört Nina Canell - 1979 in Schweden geboren - einer jüngeren Generation von Künstlerinnen und Künstlern an, die im Bereich der plastischen Kunst entschieden nicht monumental arbeiten.
Mit einem feinen Sinn für das Potential von unscheinbaren Objekten und natürlichen Materialien sowie für deren Platzierung im Raum gelingt es beiden Künstlern, ihre Arrangements energetisch aufzuladen. Für Julius ist dabei ein erweitertes Verständnis von Musik das Bezugsfeld: "Musik ist überall / music is everywhere / you must hear music / Musik ist unter den Steinen / dort, wo es etwas feucht ist / Musik ist in den Mauerritzen / for your eyes / du kannst sie vorsichtig herauskratzen / for your tongue / sie ist klebrig / sie ist knochentrocken / for your ass / sie ist feucht / sie bröckelt ab / for bare feet / yes, your feet can hear music". Canell interessiert sich dagegen besonders für die physikalischen und poetischen Eigenschaften der Gegenstände und Fundstücke, mit denen sie arbeitet: "Ich mag die Haptik und das gespeicherte Wissen, das darin steckt. Es sind eben Dinge, über die wir Bescheid wissen. Wofür sie gut sind, wie sie sich anfühlen, wie schwer sie sind. Es ist nichts Geheimnisvolles in den Materialien selbst und das öffnet wiederum die Sinne für ihre symbolischen Fähigkeiten."
Von beiden Künstlern befinden sich Werke in der Sammlung der Nationalgalerie, die nun erstmals in einer Ausstellung zusammen gezeigt werden, so dass Verbindungslinien und Differenzen zwischen den präsentierten Arbeiten erfahrbar werden. Beide verstehen es auf je eigene Weise, im Flüchtigen und Instabilen eine lautlose Magie zu entfalten.

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