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Fondation de lÂ’Hermitage


2 Route du Signal
1000 Lausanne
Tel.: 021 320 50 01
Homepage

Öffnungszeiten:

geschlossen bis 06. Februar 2015

Marius Borgeaud (1861-1924)

26.06.2015 - 25.10.2015

Im Sommer 2015 zeigt die Fondation de l’Hermitage eine grosse Retrospektive, die einem der bedeutendsten Akteure des Waadtländer Kunstschaffens zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewidmet ist: dem in Lausanne geborenen, in Frankreich aktiven Maler Marius Borgeaud, der sich beim Schweizer Publikum stets grosser Beliebtheit erfreut.
Marius Borgeaud, neben Ferdinand Hodler und Félix Vallotton einer der angesehensten Schweizer Künstler seiner Generation, wurde 1861 in eine grossbürgerliche Waadtländer Familie geboren. Nachdem er das väterliche Erbe vergeudet hat, beginnt er im Alter von 40 Jahren zu malen. Zunächst der impressionistischen Bewegung zugetan, schlägt er bald seinen eigenen Weg ein, weitab jeder Malerschule. Borgeaud lebt abwechselnd in der Bretagne und in Paris, wo er ab 1904 ausstellt. Bei seinem Tod 1924 hinterlässt er mehr als 300 Bilder.
Die gezeigte Auswahl widerspiegelt die von Marius Borgeaud erkundeten Themen: Figuren und Orte, Landschaften, Stadtansichten, Stillleben, Szenen des Lebens in der Bretagne (Cafés, Apotheken, Rathäuser) und vor allem Interieurs. Denn Borgeauds Werk besteht zu einem bedeutenden Teil aus intimen, mysteriösen Szenen, die von Alltagsgegenständen und oft regungslosen, nachdenklichen Figuren, Hunden und Katzen beseelt werden, die diesem stillen Leben zu lauschen scheinen. Borgeaud hatte die Gewohnheit, seinen Sujets Accessoires beizufügen, zum Beispiel in seinen Interieurs Bilderbögen aus Epinal an die Wand zu hängen – Zeichen seiner Faszination für das Volkstümliche und Naive. Die Ausstellung der Fondation de l’Hermitage wird dieses Vorgehen berücksichtigen und auch einige Objekte zeigen, mit denen er seine Vorlagen ergänzte. Werke zeitgenössischer Maler, von Freunden und Bekannten, aber auch Vorbildern (Francis Picabia, Alfred Sisley, Henri Rousseau, Camille Pissarro und vor allem Félix Vallotton) werden ebenfalls zu sehen sein und mit Borgeauds Arbeiten in Resonanz treten.
Die mit Unterstützung der Association des amis de Marius Borgeaud organisierte Ausstellung wird rund hundert Werke umfassen. Arbeits- und Archivunterlagen sowie ein Dokumentarfilm werden dem Publikum ermöglichen, in die Intimität des Ateliers des Waadtländer Malers einzutauchen. Sie wird auch Bilder des Alltagslebens von 1900 bis 1925 in der Bretagne zeigen, einer malerischen Region, die dank dem Renommee der Schule von Pont-Aven ab den 1880er Jahren zahlreiche Künstler anzog.

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